Andrea Eiter - APN Alterstraumatologie
Shownotes
Publikation: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2134-5803
E-Mail Adresse: stefan.huett@imc.ac.at
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00:00:00: Die Altersdramatologie zählt heute zu den dynamischen Schnittstellen zwischen Akut, Medizin und Geriatrie.
00:00:07: Mit der steigenden Anzahl von hochaltrigen Patientinnen und Patienten ist nicht nur die Frakturversorgung und etwa das perioperative Management im Fokus.
00:00:18: es geht auch um physischen Funktionserhalt, Delirprävention, Mobilisation und sektorenübergreifende Versorgungen.
00:00:27: Advanced Practice Nurses übernehmen Schlüsselrollen in diesem Bereich.
00:00:31: Klinisch, koordinativ und evidenzbasiert!
00:00:34: Ich freue mich heute Andrea Eiter bei uns im Podcaststudio begrüßen zu dürfen.
00:00:40: Andrea ist APN im Fachbereich der Altersdromatologie und hat den weiten Weg von Tirol nach Grems gefunden um mit mir über ihre Rolle als APN zu sprechen.
00:00:57: Altersdramatologie in den Fokus zurück.
00:01:00: Hallo Andrea, grüß dich!
00:01:01: Hallo Stefan, danke dass ich da sein darf.
00:01:09: Willkommen bei Voices of APN Deinem Einblick in die Welt von Advanced Nursing Practice in Österreich.
00:01:16: Wir bringen die Stimmen aus Praxis und Wissenschaft zusammen Präsentiert vom IMC
00:01:22: CREMF.
00:01:26: Ja Andrea, danke das du so weit angereist bist um heute mit mir im CREMS über die Alters-Dramatologie zu sprechen.
00:01:34: Ich denke unsere Zuseherinnen und Zuhörerinnen, wir haben ja beides jetzt, würden gerne wissen wer du bist deinen Karriereweg ein bisschen nachverfolgen.
00:01:48: Und wie du zur Altersdramatologie gekommen bist.
00:01:52: Gut also meinen Namen und meinen Schwerpunkt hast du dir schon einleitend verraten.
00:01:56: aber mein Werdegang hat ja nicht das APN gestartet sondern ich habe Das allgemeine Diplom in der Gesundheits- und Krankenpflege abgeschlossen war dann eigentlich immer im klinischen Setting tätig zuerst in Oberösterreich.
00:02:10: Und dann haben wir irgendwann die Liebe nach Tirol geführt, und seither arbeite ich am Landeskrankenmaß Hall in Tiroll auf der Abteilung für Azubidierung und Traumatologie.
00:02:22: Vielleicht ein kleiner Side-Fact zu beginnen, ehrlicherweise wollte ich nie studieren.
00:02:29: Beziehungsweise habe ich auch einen Peh nie am Schirm gehabt.
00:02:35: Aber wie es halt so ist im Leben, begegnet man Menschen und irgendjemand hat dann nochmal zunächst gesagt ja Andrea du bist zu mir klassische APN und zu diesem Zeitpunkt habe ich mit dem Begriff oder auch mit dem dahinterstehenden Virusbild überhaupt nichts eigentlich noch zu tun gehabt.
00:02:53: oder ich hab gar nicht gewusst was das eigentlich ist intensiver mit dem, den man beschäftigt.
00:02:58: und ja vier Jahre später habe ich meinen Bachelor und den Master in Advanced Nursing Practice gehabt.
00:03:05: Und dafür jetzt seit gut einem Jahr eben diese Rolle am Landeskrankmannshaar das erste APN-Durton ausüben.
00:03:12: Was war so deine grundlegende Motivation?
00:03:16: Weil du hast gesagt studieren ist irgendwie gar nichts für mich.
00:03:20: oder also was war dann so dieser Funke der übergesprungen an die Uni zu gehen.
00:03:28: Also ich habe immer schon gewusst, dass ich keine klassische Stationsleitung werde.
00:03:36: so diesen Management-Führungsgerät wollte eigentlich nie anstreben weil ich immer wusste für mich ist die Pflegepraxis der Fokus.
00:03:47: aber ich wollte auch Dinge weiterentwickeln sehr schnell Versorgungslücken erkannt, aber wir hat immer das Handwerkzeug auch gefehlt, die dann auch zu adressieren.
00:03:57: Und da war dann ein P wirklich genau das und bin sehr dankbar dass ich diesen Weg auch gehen durfte und dass auch die Rahmenbedingungen auch seitens des Unternehmens geschaffen wurden, dass wir auch APNs installierend üben überhaupt.
00:04:12: Wenn du so an deiner Studienzeit also Bachelor- und Master zurückdenkst was sagst du?
00:04:20: Welche grundlegenden Skills hast du da für die Tätigkeit als Advanced Practice Nurse gelernt oder hast du dir dort angeeignet?
00:04:31: Ich habe da immer so ein Bild im Kopf.
00:04:35: Ehrlicherweise, wenn ich in der Früh auf die Station oder durch die Stationstür gehe dann hab ich bildlich immer einen Werkzeugkoffer in der Hand oder meinen Skillskoffer eigentlich Und aus dem König kann ich dann eigentlich den ganzen Tag schöpfen.
00:04:49: und dieses Kies dann eigentlich alle Kernkompetenzen, die was so eine APN hat.
00:04:56: Die habe ich wirklich einig, alle auch im Rahmen des Studiums erlernt oder einfach noch vertieft gelernt.
00:05:01: Die neue APN braucht grundlegend mal eine gute soziale aber auch fachliche und kommunikative Kompetenz.
00:05:08: Und natürlich wurde vor allem die fachlichen und kommunikativen Kompetenzen im Rahmen der Studium noch mehr gestärkt Natürlich im Bereich Beratung und Coaching Zusammenarbeit Leadership Aber natürlich auch im Raum in der evidenzlosierten Praxis unter ethischen Praxis
00:05:25: was auch noch so spannend ist, weil ja Advanced Nursing Practice sehr eng mit Forschung, mit Pflegeforschung verbunden ist.
00:05:35: Was war so dein Thema deiner Qualifikationsarbeiten oder womit hörst du dich in deiner Masterarbeit vor allem beschäftigt?
00:05:43: Ich habe wirklich und das kann ich auch nur allen Studierenden empfehlen wie ich im Laufe des Studiums schon immer intensiv auch mit meinem fachlichen Schwerpunkt im Rahmen verschiedenster Seminarbeiten beschäftigt.
00:05:55: Also es ist immer um das große Thema Alterstraumatologie gegangen.
00:05:58: und wie können wir das Versorgungsmodell so weiter entwickeln, dass es wirklich auch personenzentrierter, vor allem auch zukunftsorientiert ist?
00:06:06: Ich habe mich im Raum meiner Masterarbeit dann ganz klassischerweise eigentlich der Bedarfsanalyse also Schritt drei quasi der Rollentwicklung im Rahmen des Pepper Frameworks gewidmet und habe quasi meine Stakeholder auf der Station oder eigentlich alle im Versorgungsprozess beteiligten Fachpersonen interviewt, wo sie denn aktuell Herausforderungen oder Bedarfe im aktuellen Versorgungsmotel wahrnehmen, wo es nun nicht adressiert sind.
00:06:41: Aber natürlich dann auch differenziert zu betrachten.
00:06:44: welche Gaps kann den ich als APN mit meiner Kompetenz dann begegnen?
00:06:48: Also diese Stakeholder-Analyse ist ja ganz ein wesentlicher Schritt im PEPA Framework und ich glaube, der kann auch sehr herausfordernd sein.
00:06:57: Was warnt da deine grundlegenden Erkenntnisse in der Stakeholdanalyse?
00:07:03: Generell einmal zu identifizieren wer sind denn überhaupt die Stakeholders?
00:07:08: und man kann sich das in der Alterstraumatologie denken.
00:07:11: Alterstraumatologie ist... Ich habe jetzt letzte Woche mal bei einem Patienten und mal noch schauen, wie viele Berufe eigentlich an einem Patienten involviert waren.
00:07:21: Und das waren elf Berufer die was am einen Tag an einem Patient gewirkt haben.
00:07:27: Das ist noch lange nicht alles.
00:07:28: also wir treffen da wirklich an einer Schnittstelle aufeinander von Akutmedizin Geriatrie und Rehabilitationen.
00:07:36: und um all diese Professionen in diesem akutsstationären Setting in dieser kurzen Hospitalisierungsdauer auch gut miteinander vernetzten und koordinieren zu können braucht, das ist meiner Sicht auch eben eine Person.
00:07:52: Eine APN die auch diese koordinierende Rolle übernimmt um aus multiprofessionell auch diesen interprofessionellen Gedanken zu machen.
00:08:03: Jetzt bist du ja nicht nur als APN tätig sondern Du hast noch einen Schritt weitergewagt Ein sehr aktives Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft für Advanced Nursing Practice, das ÖGKV.
00:08:21: Was ist hier die Motivation dich auch berufspolitisch zu engagieren?
00:08:27: Berufspolitik ist aus meiner Perspektive ein wesentlicher Pfeiler weil wir einfach... um in der Praxis wirken zu können, auch gewisse Rahmenbedingungen brauchen und die entstehen.
00:08:41: Grundsätzlich war dann der Politik in unserer gesetzlichen Reglementierung im Titelschutz usw.
00:08:48: Und da haben wir in Österreich einfach noch viele Bausteine vor uns und ich habe die Motivation aktiv auch daran mitzuwirken.
00:08:55: aber das ist eine Motivration.
00:08:58: Die andere Motivion Community zu bieten, eine Plattform zu biten für APNs in Österreich wo man sich austauschen kann.
00:09:06: Wir organisieren beispielsweise auch Stammtische weil das auch eines meiner Learning ist aus meiner Rollentwicklung dass es diese Community braucht.
00:09:17: Es braucht so eine APN-Bubble Sorge auch gerne dazu wo man sie einfach niederschwellig mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen aus den eigenen Reihen austauschten kann um so auch Inspiration für die eigene Rollentwirkung zu gewinnen.
00:09:30: Wir waren ja beide letzte Woche in Hall in Tirol an der UMID, Advanced Nursing Practice Networking Day und erinnere mich da an eine Aussage die Silvia Neumann-Bonisch gesagt hat einleitend in ihrer Moderation.
00:09:49: Advanced Nursing practice ist in Österreich gekommen um zu bleiben und ich denke dass die Bundesarbeitsgemeinschaft eine Gruppe wo man ja eine Community aufbauen kann.
00:10:05: Wo siehst du in der Vernetzung von APNs hier noch die Herausforderung?
00:10:12: Oder, wo gibt es noch Bedarf um sich besser vernetzen zu können?
00:10:18: Bedarf, um mich besser vernetzen zu können!
00:10:20: Also ich denke, Vernetzung... ist ein Schlüssel-Element.
00:10:25: Und da, dass sich nicht nur in den eigenen Reihen schon mehrere APNs gibt im eigenen Unternehmen – das wäre auch für mich schön wenn es nicht nur eine Einzige gibt.
00:10:35: aber wir haben in Tirolklinik mittlerweile mehr APN und das ist total schön, wenn wir uns hier connecten können und einfach auch das Rad nicht immer neu erfinden müssen.
00:10:49: allen zum Thema Vernetzung empfehlen, nützt die Zeit auch im Studium für Hospitutionen und für Workshop-Doings.
00:10:55: Auch in anderen Gesundheitssystems.
00:10:57: Ich war z.B.
00:10:58: im Rahmen meines Studiums ganz viel in der Schweiz und nicht nur in der eigenen Fachlichkeit.
00:11:04: Also ich war jetzt nicht nur bei APN im Bereich Altersdramatologie, Geriatrie oder Dramatologie sondern ich war bei einer APN mit Schwerpunkt Early Life Care oder an STC weil man da so viele Impulse gewinnt Wie man es denn angehen kann, weil ganz ehrlich das ist die drängende Frage am Beginn.
00:11:22: Wie du kommst aus dem Studium und bist quasi offiziell mit dem Titel APN versehen aber du bist das noch nicht in der Praxis?
00:11:30: Ja da braucht's einfach dann auch diese Rollenentwicklung dazu und für dies braucht sie Community.
00:11:37: Man kommt ja generell von der Hochschule wie du es schon beschrieben hast mit diesem Skillset, mit diesen Koffer und ich glaube auch mit einer gewissen Haltung die man schon grundlegend hat.
00:11:52: Aber ich sage immer so Advanced Nursing Practice ist prinzipiell auch eine Haltung nämlich eine Haltung wie man an Dinge herangeht und ich glaub die kann sich erst entwickeln wenn man seine Fachlichkeit mit den Skills von Advanced Nursing Practices verbindet.
00:12:08: Genau also wenn wir so Advanced Nursing Practice definiert und ich trate jetzt nicht die Definition herunter, weil ehrlicherweise kann es sich gar nicht.
00:12:18: Aber ich versuche für mich vielleicht auch eine eigene Definition zu formulieren, weil für me ist Advanced Nursing practice mehr als eine Kompetenz Erweiterung im Sinne von einzelnen Tätigkeiten im Raum einer spezialisierten klinischen Praxis sondern für qualitativ andere Art Versorgung zu denken, auch zu steuern und weiterzuentwickeln.
00:12:49: Also wenn ich da so von mich als Person und meine Charaktereigenschaften denke dann zeichnet mir Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, auch ein bisschen dieses Out of the Box-Denken innovativ zu denken einfach für die Interessen meiner Patientinnen und Patienten einzustehen.
00:13:10: Ich glaube das zeichne es mir sehr gut aus.
00:13:13: Da gibt es sicherlich den einen oder anderen, der sagt ja, üben wir.
00:13:16: Und das gibt aber sicherlich auch den einen und anderen, die sagen naah, kann man nicht einfach alles so belassen wie's ist?
00:13:22: Das ist gut so!
00:13:24: Und genau das ist eine lesson learned, was ich gehabt hab weil... Es wird immer in diesem Prozess.
00:13:36: Wir sind mitten in einem Change Management bzw.
00:13:39: Organisationsentwicklungsprozess.
00:13:41: Es werden immer die sogenannten Restraining oder auch Driving Forces geben.
00:13:45: Also es braucht immer beide, aber man muss versuchen im Rahmen seiner Rollenentwicklung und das ist wirklich an meiner dringlichsten Empfehlungen versuchen die Menschen mitzunehmen und nicht nur die Struktur zu bedenken sondern wirklich auch die Kultur was dahinter steht.
00:13:59: Das ist wirklich eine so eine Kernbotschaft vielleicht auch von
00:14:03: mir.
00:14:03: Und das macht ja auch das kleine Gliedership so wichtig?
00:14:05: Ja!
00:14:06: Also diese Kompetenz Leute wie du sagst mitzonehmen also nicht jemanden jetzt etwas aufdrücken zu wollen, sondern die Leute wirklich mitzunehmen.
00:14:16: Und ich finde das ist ein ganz wundervoller Gedanke!
00:14:20: Es geht ja heute um die Altersdromatologie und natürlich um deinen speziellen Tätigkeitsbereich.
00:14:28: Kannst du so ganz kurz beschreiben wo so dein klinischer Fokus liegt?
00:14:33: Also wie ist deine Patientinnenpopulation was sind so typische Fälle bevor man dann in einen konkreten clinical case gehen?
00:14:44: Also, mein praktischer Fokus liegt auf der Versorgung von älteren geradrischen Patientinnen und Patienten.
00:14:51: Und auch ihr Umfeld dazu – das muss immer mitbedacht werden – meistens mit Frakturen oder sonstigen Verletzungen, meistens noch an vorangegangenen Sturzeignis.
00:15:05: weit mehr als nur die Verletzung an sich.
00:15:08: Das ist eigentlich nur die Spitze des Eisbergs, sondern da gibt es rundherum um diese Verletzungen so viele weitere Aspekte was mit berücksichtigt werden sollten und auch wirklich ein gutes Outcome zu ermöglichen.
00:15:20: also das sind wie schon angesprochen ob ältere Patientinnen und Patienten.
00:15:24: das heißt sie haben alle schon einen meistens gut gefüllten Rucksack Und der führt dann meistens dazu, dass gerade mal gut stationären Aufenthalte gewisse Dinge dekompensieren.
00:15:36: Ja, und da ist es wichtig.
00:15:38: Und da ist der Goldstandard eigentlich auch in der Versorgung von altastraumatologischen Patientinnen und Patienten dieses autogerratrische Co-Management umzusetzen also dass das ein gutes Zusammenspiel braucht als ja es braucht natürlich zu Beginn auch diesen akut medizinischen Gedanken Es muss die Fraktur operiert werden und stabilisiert werden Um die Patientinnen auch frühstmöglich wieder auf die Beine stellen zu können meistens aber spätestens dann auch diesen geriatrischen Gedanken, der was mit bedacht werden sollte um eben alle Bedürfnisse abzuholen.
00:16:10: Und du hast es schon eingangs erwähnt sehr viele Berufsgruppen die für eine Patientin oder einen Patienten zuständig ist und gleichzeitig häufig auch das hohe Alter Multimobilität und Polyfarmazit, die da mitspielt.
00:16:29: Also ich glaube ein sehr komplexes Tätigkeitsfeld das ja schon förmlich nach Advanced Practice Nurses ruft und es verlangt.
00:16:41: Andrea wie schaut so einen typischen Arbeitstag von dir aus?
00:16:45: Das Schöne ist, dass gibt keinen typischen Arbeitstag!
00:16:49: Es ist ja total schön weil APN extrem viel Gestaltungsspielraum mit sich bringt und ich in meinem Handlungsfeld eigentlich extrem autonom unterwegs bin.
00:17:00: Also mein Tag beginnt zwar jeden Tag gleich, indem ich schaue im meinem Workflow ob gewisse Konzilanforderungen eingetreten sind oder da sein bzw.
00:17:12: screene ich die Patientinnen der Station nach gewissen Kriterien um einfach auch schon Bedarf zu erkennen, wo ich aktiv werden könnte.
00:17:19: Wenn ja schon die Kolleginnen auf mich proaktiv zutreten.
00:17:23: aber ansonsten bin ich in meiner Tages-Einteilung total situativ und Patientinnen sind red unterwegs.
00:17:30: Du hast gerade angesprochen Konziele also du kannst konsultiert werden.
00:17:36: Wer kann In eurer Institution zum einen ein Konzil anfordern Und wer fordert es auch?
00:17:44: Also das sind nur zwei verschiedene dir.
00:17:48: Grundlegend gibt es für dieses Konzil klare Einstoßkriterien.
00:17:54: Für dieses Konzil sind all jene Patientinnen und Patienten gedacht, die ein erhöhtes Risikoprofil für die Entwicklung eines Deliers haben und somit auch von einer frühzeitigen und spezialisierten Betreuung besonders profitieren.
00:18:09: Grundlegend wird dieser Bedarf im Rahmen des pflegerischen Erstassessments erkannt, also primär weisen dieses Konzilpflegepersonen zu.
00:18:19: Aber natürlich können das alle Bürosgruppen zuweisen und das ist für alle geöffnet.
00:18:25: Und es kommt immer wieder auch mal vor dass das auch von Ärzten angefordert wird gerade wenn Delirante Symptomatik schon auftritt.
00:18:33: Spätestens dann sagen sie Andrea Man, bitte wäre gut wenn du mit so den Patienten drüber schaust und man einfach mit deiner Expertise zu unterstützen.
00:18:41: Und hast Du dazu SOBs entwickelt wo die Ein- und Ausschlusskriterien drin sind?
00:18:47: oder wie hast Du im multiprofessionellen Team der Erwärmes geschaffen?
00:18:53: Also es ist so, dass wir bei uns auf der Abteilung leider noch kein systematisches Delaymanagement umsetzen.
00:18:59: Und das war auch eine der Beweggründe, wo's auch in den Bedarfsanalysen gesehen haben, dass hier gerade im Delay-Management aber guten Handlungsbedarf haben weil das einfach ein drängendes Thema ist, was schlussendlich wenn man sich nicht adressiert in einer hohen Arbeitsbelastung natürlich für unsere Pflegepersonen und fürs gesamte Team mit einer hohen Belastung und Stress für den Patienten selbst verbunden ist.
00:19:23: Dementsprechend war da auch dann die Priorisierung im Raum in der Bedarfsanlösung eines der ersten Schritte, hier aktiv zu werden als APN den Bedarf, wie dieses erhöhte Risikoprofil zu erkennen.
00:19:40: Da haben wir jetzt keine Screening-Instrument dafür noch implementiert aber das ist literatürgestützt eigentlich im Moment.
00:19:47: also wir wissen einfach dass zum Beispiel Menschen mit Demenz oder vorbestehenden kognitiven Beeinträchtigungen ein fünfmal höheres Risiko für die Entwicklung eines Deliers haben Und auch die Inzidenz bei einer Hüftraktur ist sehr heterogen, aber ist bis zu fünfzig Prozent.
00:20:04: Also das sind einfach die zwei Zielgruppen wo wir einfach wissen wenn wir da wirklich von Beginn an proaktiv wirken dann haben wir auch oder können wir die inzidenzen bis zu vierzig Prozent reduzieren?
00:20:16: Aber das ist das was man an dem Beispiel oder an deinen Schilderungen so gut sieht dass es wirklich Rollentwicklung ist.
00:20:26: Das heißt Du startest ja nicht mit einer komplett fertigen Rolle, wo schon von Anfang an definiert ist wann schreitest du ein?
00:20:34: Wann nichts?
00:20:35: Ich glaube das ist so ein ständiges auch Herantasten dieses Gespür für die Bedarfe und Bedürfnisse gibt.
00:20:43: Und das dann zu verbinden mit den Skills, die du aus der Hochschule letztendlich mitgenommen
00:20:48: hast.
00:20:49: Rollentwicklung ist nie ein starrer Prozess oder das verläuft nie linear, sondern es ist immer iterativ.
00:20:56: Man bewegt sich da immer okay eigentlich warum haben wir uns dem noch nicht gewidmet?
00:21:00: und dann reflektiert man das wieder sammelt wie der Erfahrungen oder auch nochmal im Austausch mit anderen Kolleginnen.
00:21:06: Geht's dir auch so?
00:21:07: Wie habt ihr das gestartet oder wie habt ihr umgesetzt?
00:21:10: Und so entwickelt sich die Rolle laufend weiter
00:21:14: Von den Konzilen her, von wie vielen Konzielen sprechen wir dazu?
00:21:18: Das ist wahrscheinlich immer je nachdem, wie gerade die Patientinnen und Patienten bei euch sind.
00:21:22: Aber wie ist das so in einem typischen Monat?
00:21:27: Also wenn man sich vielleicht nur eine Zahl nennen darf es ist so dass wir über die letzten fünf Jahre gesehen haben, dass sich die Diagnose der der höfgelängsten Arnfrakturen, um neunzig Prozent gesteigert hat und vor allem der Altersgruppe oder über achtzigjährigen.
00:21:48: Hat.
00:21:48: dementsprechend ist der Bedarf sehr hoch und wird auch noch weiter zunehmen.
00:21:53: wenn man da Literatur erlaubt oder den Prognosen Glauben schenken möchte muss man wahrscheinlich auch.
00:22:01: aber also im Durchschnitt bin ich mindestens am Tag bei ein bis zwei Patientinnen für Konzil.
00:22:11: Und jetzt so wirklich dieses Conceal in Action.
00:22:17: Wie schaut das aus?
00:22:18: Nimm uns da ein bisschen mit!
00:22:20: Okay, ich habe hier eine Patientin in Erinnerung.
00:22:27: die ist in ihrer Halsigkeit auch zu Sturz gekommen hat dann leider gut als Schenkelheißfraktur gehabt und hat bereits schon eine vorbekannte Mistiments gehabt.
00:22:38: Und die Kolleginnen haben wir dann zugerufen, weil sie einfach seit Beginn der Aufnahme psychomotorisch sehr unruhig war und bisher eigentlich von ihren gesetzen Interventionen mäßig Wirkung zeigt.
00:22:54: Schmerzmittel usw.
00:22:55: haben jetzt ihre Unruhe nicht gestillt zu der Patientin hin.
00:23:01: Also sie ist in der Nacht aufgenommen worden und ich bin dann ein kleiner Frühjahr hin, habe sie ebenfalls psychomotorisch sehr agitiert vorgefunden.
00:23:10: Sie war bereits in ihrer Sprechfähigkeit auch in ihrem Sprachverständnis schon sehr weit eingeschränkt Und mir war sehr schnell klar dass sie da Auch im Raum in meiner Anamnese, also ich versuch da immer auch sehr strukturiert vorzugehen, verbal nicht viel zu erreichen sondern habe mir dann dazu entschieden die Serial Trial Intervention anzuwenden.
00:23:32: Also das ist ein Instrument zur verstehenden Diagnostik bei Demenz und bin dann im Rahmen dessen und auch im Rahmen der klinischen Untersuchung draufgekommen, dass die Patientin einen Harrenverhalt hatte Und natürlich, sobald wir das adressiert gehabt haben und sie dann auch noch weitere Schmerzmittel bekommen hat sich diese Unruhe auch sehr schnell gebessert.
00:23:53: Also so dieses Akute war dann in dem Moment einmal die Behoben und die Patientin ist ruhig ein Spaund der Körperhaltung einfach auch in ihrem Bett gelegen und ist dann auch relativ zügig.
00:24:03: Gott sei Dank auch zur operativen Versorgung gekommen sind dann relativ zeitnah auch ihre beiden Töchter auf die Station kommen.
00:24:12: Ich kann mich nur gut erinnern und ich habe mit ihnen dann dieses Assessment vervollständigt im Rahmen einer Fremde, an einem Nese.
00:24:21: Wo sie dann rausgestellt hat dass der Hausarzt erst vor wenigen Wochen auch die heusige Medikation normal adaptiert hat weil die Patientin zunehmend eine Schlafstörung entwickelt hat.
00:24:32: Und zudem hat man gesehen, dass sie einfach sehr emotional belastet waren.
00:24:37: Weil sie haben dann selber klar geäußert mal, Sie haben so Angst und Sorge, dass ihr Mama auch einfach Atelier entwickelt weil es ist immer wenn sie ins Krankenhaus Kind passiert ist.
00:24:49: Also wir haben da eigentlich mehrere Baustellen gehabt in dem Moment.
00:24:54: Ich habe dann versucht, Interventionen einzuleiten um dem eben gegenzuwirken dass sie kein Delir bei uns im Laufe des Aufenthalts entwickelt.
00:25:02: Garantie hat man immer aber immer nie, nie ob man nie, garanti hat man nie.
00:25:07: auch mal versucht natürlich und hab' dann gemeinsam mit den Töchtern oder auch den Ehemann von der Patientin biografische Daten erhoben Gewohnheiteninteressen was mag sie, was nicht und dann einen individualisierten Pflegeplan zu erstellen Bürosgruppen nur involviert, zum Beispiel die Ergoderapie für Tagesaktivierung, für kognitives Training.
00:25:31: Ich habe auch mit einer Rückgröpfprache dann mit unserer Stationsärztin auch Kontakt bei ihrer Hausärzte aufgenommen um eben auch diese angesprochene Medikamentenumstellung zu verifizieren und das war dann tatsächlich so und dieses Medikamente wurde dann noch in der Fiberkurve angeordnet von den ärztlichen Kolleginnen.
00:25:49: Ein großer Bestandteil war dann auch im Rahmen der Fallbegleitung.
00:25:55: Also man darf sich das nicht nur als punktuelle Tätigkeit vorstellen, sondern ich begleite die Patientinnen und ihre Familie wirklich über den gesamten Aufenthalt und teilweise auch noch darüber hinweg die Angehörigenberatung weil eben einerseits war mir wichtig sind mit Wissen und Know-how auszustatten, wie sie ihr Mutter oder die Ehefrau quasi unterstützt zu können.
00:26:19: Wir haben in der Delierprävention und da gibt es sehr viel Möglichkeiten – wir haben dann beispielsweise auch dem Ehemann Ruming Inn ermöglicht weil wir einfach herausgefunden haben dass die beiden eine sehr enge Bindung haben und das hat danach wirklich sehr gut funktioniert.
00:26:33: Und auf der anderen Seite war's mal auch wichtig die Döchter wirklich auch emotional gut abzuholen und zu supporten.
00:26:42: Und habe dann ein tägliches Angehörigendelefonat angeboten, also ich hab sie jeden Tag in der Früh, das war nur eine erste Tätigkeit angerufen und habe sie informiert.
00:26:51: wie war die Nacht?
00:26:52: Wie ist jetzt der Mama gegangen?
00:26:53: aber auch ganz ehrlich und für das waren Sie ja auch sehr dankbar.
00:26:58: Genau und schlussendlich ist es uns dann gelungen.
00:27:01: Die Patientin ist dann am fünften Tag nach der Operation in einer Nachsorge gekommen.
00:27:05: Ich habe dann auch hier noch mit den zuständigen Memories von dort in Kontakt aufgenommen, um die Versorgungskontinuität über die Sektoren in Grenzen hinweg zu gewährleisten.
00:27:17: Also das ist ja das was dein Beispiel so wunderbar zeigt oder diese Merkmale der Tätigkeit einer APN ausmachen.
00:27:29: dieses umfassende clinical assessment, dass du magst wo man durch das Klinical Reasoning draufkommt, dass diese Unruhe und diese psychomontorische Symptomatik ja eigentlich von was Physischen ausgeht.
00:27:46: Von einem physischen Problem.
00:27:47: Und das macht glaube ich auch dieses erweiterte Assessment aus und diese Fallführung zeigt ja auch dem Weg wie gute und hochqualitative Erweitertepflege stattfinden kann.
00:28:02: Ja
00:28:02: absolut!
00:28:04: Jetzt ist es so, dass du in deiner Tätigkeit ja mit hochhaltrigen Patientinnen und Patienten zu tun hast.
00:28:14: Wo's mitunter natürlich auch ans Lebensende kommt.
00:28:22: Und eine Kompetenz der Advanced Practitioners – das ist ja auch ein Teil die ethische Entscheidungsfindung Inwiefern betrifft dich das in deiner Tätigkeit?
00:28:35: Also ethische Herausforderungen sind eigentlich allgegenwärtig, also dass du schon angesprochen hast.
00:28:43: Wir haben einerseits einmal das Thema der Entscheidungsfähigkeit bei kognitiven Einschränkungen.
00:28:51: oft gibt es noch keine gesetzliche oder gerichtlichen Erwachsenenvertretung die wars dann auch die Entscheidungen für medizinische Dinge übernimmt.
00:29:01: Auf der anderen Seite haben wir natürlich auch das Thema Therapie-Ziels, also wir wollen natürlich auch den Wunsch der Patientinnen und Patienten berücksichtigen.
00:29:11: Das heißt, da versuchen wir auch wirklich das bereits am Beginn des stationären Offenthaltes zu ermitteln.
00:29:19: Was möchten denn die Patientinnen und Patienten?
00:29:22: Was ist wenn das Herat stehen bleibt?
00:29:24: Sollen wir noch reanimieren?
00:29:25: Wie weit sollen wir eskalieren?
00:29:27: Wenn es mit den Patientinnen selbst nicht vermöglich ist, besuchen wir den Wunsch über die Angehörigen zu eruieren.
00:29:33: Also das ist ein fixer Bestandteil der Aufnahme zu fragen.
00:29:35: Gibt es Erwachsenenvertretungen, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht
00:29:38: etc.?
00:29:41: Aber natürlich gibt es auch das Thema von teilweise sehr problematischen Nachsorge-Situationen, weil man kann sich das vorstellen und ich habe das in meiner Masterarbeit dann so betitelt die Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen zwischen gestern und morgen zu begleiten.
00:30:02: Weil gestern war quasi ... war ich noch mit meinem Rollator selbstständig mobil geschubt.
00:30:11: Und heute passiert der Sturz und das ist ein lebensveränderndes, wenn auch nicht teilweise auch lebensbeendendes Ereignis und mein Alltag ändert sich ab morgen um hundred ochzig Grad.
00:30:22: also bin in meiner Autonomie eingeschränkt.
00:30:25: ich bin auf Unterstützung ja brauche Unterstützung in der Ausführung meines Alltags und da kommen auch sehr viele psychosoziale Aspekte dazu was auch in diesen ethischen Prozess wieder eingreift.
00:30:43: Das beschreibt so, ich habe in meiner Grundausbildung diesen Spruch gehört vielleicht kennst du das auch?
00:30:51: Ein Sturz kann der Anfang vom Ende sein bei hochhaltigen Menschen und ich glaube das beschreibt auch ganz gut wie vulnerable deine Patientinnengruppe eigentlich auch
00:31:03: ist.
00:31:07: Es gibt klinische Entscheidungen, die zu treffen sind.
00:31:12: Und die triffst du ja nicht nur alleine sondern auch im multiprofessionellen Team.
00:31:18: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?
00:31:21: Wie nimmst Du das wahr und wie reagieren andere Berufsgruppen auf Deine Rolle
00:31:27: Also ein völlig für alle neues Berufsbild zu implementieren oder zu verankern.
00:31:38: in der Praxis bringt jeden Tag sehr viele neue Herausforderungen mit sich natürlich auch im Bereich der Zusammenarbeit.
00:31:49: Man muss sich einfach gegenseitig finden, man muss das ein bisschen abtasten.
00:31:53: was kann sie?
00:31:54: Was kann sie nicht da?
00:31:55: wie weit geht es ihr?
00:31:56: Wie weit geht's ihr nicht da auch so in dem Bereich auf Entscheidungsbefugnis, hat es jetzt überhaupt ein Entscheidungs-Befugnis oder auch nicht.
00:32:07: Und da ist es einfach ein Prozess der was gewachsen ist.
00:32:13: also das war es nur so dass ich am Tag eins meiner APN Tätigkeit dort gestanden bin und bin zu die Ärzte gegangen und habe gesagt du Es ist so dass sie bei ihrer Patientin diesen Test festgestellt hat und jetzt würde ich das in diesem Empfehlen bittes jetzt das um.
00:32:29: Das ist nicht gut.
00:32:31: Das kann ja auch keinen empfehlen, das so zu machen.
00:32:34: aber eben dieser Prozess muss wachsen und ich empfehle ja auch in meinen Konsilen auch interdisziplinäre Maßnahmen also im Rahmen von medizinischen Diagnostik und Therapie.
00:32:47: beispielsweise.
00:32:47: bei dieser Patientin war es dann auch, die gesagt hat mal, es wäre gut dass meine Harnlabor-Untersuchung durchführen um an den Infektors möglichen Auslöser für Delia auszuschließen.
00:32:58: Mittlerweile ist es so, dass einfach dieses Vertrauen auch in meine Kompetenz und in mein klinisches Urteil zumögen auch gewachsen ist.
00:33:08: Und in der Regel diese Empfehlungen auch nachgegangen wird.
00:33:12: also ich schreibe das dann sowohl ins Konzil oder kommuniziere es dann aufmündlich im direkten Austausch, niederschwelligen Austauschs mit meinen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen.
00:33:23: Das geschaltet sich dann nicht mehr so.
00:33:25: Aus meiner APN-Perspektive habe ich jetzt auf Basis von dem Assessment, was ich durchgeführt hab, das festgestellt und dementsprechend würde ich das empfehlen.
00:33:34: Aber das ist wirklich etwas... das muss wachsen!
00:33:39: Und da finde ich es auch.
00:33:46: Timing, finde ich oft ein entscheidender Faktor, muss ehrlicherweise sagen weil Auch nicht jede Idee, was ich habe oder auch jede Versorgungslücke kann ich nicht sofort schließen.
00:34:01: Also da braucht es auch ein gewisses Gespür für den Moment, wann ist jetzt der richtige Zeitpunkt um das auch anzugehen?
00:34:09: Weil ich kann schon als Change Agent aktiv sein und so sagen hey reflektieren.
00:34:15: Das wäre gut wenn wir das umsetzen aber wenn ich kein unterstützendes Umfeld hab die was das mit mir trägt bin allein im Flur und das bringt im Endeffekt nichts.
00:34:25: Also Timing ist wirklich, finde ich auch ein entscheidender Faktor.
00:34:29: Ja und ich glaube so wie du es sagst dieses Gespür für Menschen wann kann ich etwas anbringen oder wann sollte ich mich auch mal kurz zurückhalten weil das sonst Konflikte herauf beschweren würde?
00:34:42: Und ich glaube das hat das Thema dass ich immer auch versuche Studierenden so ein bisschen mitzugeben.
00:34:48: so ja man is fachlich hochqualifiziert.
00:34:53: Man hat ein Masterstudium, man hat erweiterte Kompetenzen in der Pflege.
00:34:57: aber es muss auch diese zwischenmenschliche Komponente absolut gegeben sein.
00:35:03: also was ich immer höchst problematisch finde wenn so Dinge ego getrieben gemacht werden und dieses Auftreten das widerspricht den Prinzipien moderner Zusammenarbeit, egal in welchem Kontext?
00:35:20: Genau.
00:35:20: Was es da wirklich braucht und das ist für mich so ein bisschen auch ein Erfolgsfaktor an der Rollenimplimentierung.
00:35:28: Es braucht wirklich einen regelmäßigen und subturierten Austausch zwischen den wichtigsten Playern.
00:35:35: also das finde ich wirklich auch eines der Erfolgesfaktoren um wirklich nachhaltig eine APN in der Praxis zu verankern.
00:35:42: Und im Welchen Rahmen oder Arrochement macht sie diesen Austausch?
00:35:48: Also wir sind da auch erst im Prozess.
00:35:51: Sie arbeitet jetzt gut ein Jahr als APN und es hat sich schon viel entwickelt, aber glaube viele darf sich noch entwickeln.
00:36:00: Es ist so dass wir zum Beispiel jeden Tag nach erfolgter Visite eine gemeinsame Bestrechung haben zwischen Sozialarbeit, APN- und Unstationsärztin wo wir auch eben das gesamte Entlassungsmanagement dann auch planen und umsetzen.
00:36:18: Das ist wirklich immer ein gemeinsamer Entscheidungsfindungsprozess, wo wir uns die Tätigkeiten ressourcen aber auch kompetenzorientiert aufteilen.
00:36:27: zum Beispiel
00:36:29: Stichwort Outcomes.
00:36:32: Wir sprechen ja immer im Zusammenhang mit Advanced Nursing Practice über die Wirkung der Rolle.
00:36:39: Jetzt bist du erst natürlich ein Jahr drinnen, das heißt man kann jetzt in der Evaluation noch nicht so viel sagen.
00:36:47: Aber was sind so positive Outcomes die du jetzt schon beobachten kannst ohne dass sie jetzt wissenschaftlich evaluiert sind?
00:36:57: Also ich glaube man spürt es auch ein Stück weit immer.
00:37:00: Spüren und Fantifizieren ist natürlich immer normal.
00:37:04: eine andere Hausnummer aber das Feedback war sich sowohl von meinen Kolleginnen von den Fachpersonen, wir kommen alles auch von den Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen bestätigt immer wieder.
00:37:19: Auch mal wenn es Tiefes gibt zu sagen Andrea macht weiter das Das ist schon so und wir haben im Moment planen wir gerade auch eine Studie im Post-Test zur Evaluierung meiner Rolle nach einem Jahr.
00:37:35: Und ich glaube, dass es schwierig ist wirklich auch noch so in einer kurzen Zeit wirklich auch eine Kausalität zu meiner Wirkung als APN, als Person jetzt auch herzustellen weil wir einfach so multiprofessionell agieren.
00:37:49: unter genau meinem Mehrwert herauszupicken ist möglich, aber sicherlich ein schwieriges Unterfangen.
00:37:57: Was ich allerdings sagen kann ist wir haben im letzten Jahr ein digitales und KI-gestütztes Mobilitätsmonitoring System implementieren dürfen.
00:38:09: Und ich habe da die Projektleitung gehabt und auch in der Projektleitung diese Studie, also diese Implementierung wissenschaftlich begleitet.
00:38:19: In diesen Rahmen kommen dann indirekt quasi auf meinen Mehrwert schließen.
00:38:25: Also ich habe dieses Projekt initiiert und wir haben dadurch dann auch aufzeigen können, dass wir nicht nur die Sturzinsidenz reduzieren konnten.
00:38:34: Wir haben geschafft, die Lianbelastung auf der Station um zwei Drittel zu reduzieren und gleichzeitig auch die Arbeitsbelastungen zu reduzieren bei gleichzeitig erhöhter Versorgungsqualität.
00:38:47: Und das ist zwar was, was nicht direkt durch mich als Person in der Wirkung auch passiert ist.
00:38:52: aber ich habe diese Veränderung initiiert und begleitet und ich denke, dass es schon etwas, was die Mehrwert einer APN ausmacht so diese Verbindung aus Wissenschaft und Praxis und auch diese Verbindungen aus Leadership und Innovationen, was man da gerade sehr gut sieht.
00:39:09: Du hast jetzt schon von wissenschaftlicher Begleitung gesprochen.
00:39:12: Wir kommen zum letzten Punkt, nämlich Five Minutes of Evidence.
00:39:19: Die Frage an dich in deiner Arbeit Welche Leitlinien welche Publikationen sind für dich besonders relevant und wie bringst du Evidenz in die Praxis?
00:39:33: Also wir publizieren selber.
00:39:39: Ich glaube, das ist auch was.
00:39:41: Was ich nur jeden mitgeben kann – man investiert so viel Arbeit in seine Arbeit quasi, in seine wissenschaftliche Arbeit, egal im Studium oder wenn man dann auch selber in der Forschung tätig ist.
00:39:53: Das sollte auch von den anderen in der Welt draußen gelesen werden.
00:39:58: Also versucht es auch wirklich, eure Republikationen einzureichen als kleinen Aufrufanhalle, die wir uns das hören!
00:40:06: Das ist dann wirklich auch ein Erfolgserlebnis, wenn man da unseren eigenen Artikel in einer Zeitschrift liest.
00:40:10: Also das macht schon was mit einem.
00:40:11: Es macht auch einen gewissen Stolz.
00:40:15: und wie bringe ich Evidenz in die Praxis?
00:40:19: Ja, das ist immer ein Thema.
00:40:22: wir haben verschiedenste Möglichkeiten.
00:40:23: zum anderen versuche einfach auch beispielsweise im Bereich der Visitenbegleitung immer wieder auf aktuelle Studien, Leitlinien zu verweisen.
00:40:34: Beispielsweise ist jetzt gerade eine neue Stylate-Linie herausgekommen zur evidenzbasierten und interdisziplinären Versorgung von Bertroch und deren Oberschenkelfakturen, das an insgesamt sixundsechzig Empfehlungen ausgesprochen.
00:40:48: Und da kann man immer wieder mal in der Praxis darauf Bezug nehmen.
00:40:52: beziehungsweise versuchen wir selbst grad gemeinsam – ich weiß nicht, ich versuch im Zwiegel grad selbst mir den Arzt verschiedene SOBs bei uns wo wir natürlich auch aktuellste Evidenz einbeziehen, um schlussendlich auch Variabilität zu reduzieren und die Patientssicherheit zu erhöhen.
00:41:11: Aber natürlich auch das Onboarding für gewisse Mitarbeiter oder für die Mitarbeitenden zu erleichtern.
00:41:17: Was finde bei uns auch eine sehr schöne Gedanke ist – Wir haben auf der Station einen Vorbildungs-Dag implementiert.
00:41:25: Da gestaltet sich nach dem Motto miteinander arbeiten, voneinander lernen gemeinsam weiterentwickeln weil wir ja im Rahmen unserer Vorbildungspflicht sehr viel Wissen uns aneignen, aber wie es einfach in der täglichen Routine nicht schaffen, das auch an die Kolleginnen und Kollegen jetzt so bewusst weiterzugeben.
00:41:44: Und wir haben dann gesagt hey!
00:41:46: Das ist eigentlich total schade und darum haben wir gesagt, wir widmen uns an zwei Tagen im Jahr gewisse Themen – das ist auch multiprofessionell aufgegleitet also aufbereitet – und da geben wir unser Wissen weiter im Team.
00:41:58: Also ich zum Beispiel macht dann Schulungen zum Clinical Assessment beispielsweise oder er bietet auch weitere interaktive Formate an, wie beispielsweise man kennt vielleicht diesen Escape Room.
00:42:11: Bei mir heißt der Room of Chromatic weil es einfach in Settings sehr gut passt und auch für gewisse Themen zu sensibilisieren wie beispielsweise die Liura-Sturzprävention.
00:42:21: Du hast gesagt du publizierst selbst?
00:42:23: Wo findet man deine
00:42:27: Publikationen?
00:42:29: Das ist eine gute Frage.
00:42:31: Die erste Publikation war in der Zeitschrift für Geriatrie und Gerontologie, die zweite Publikion war in den österreichischen Pflegeszeitschriften also vom ÖKV und die dritte Publikierung steht noch wie in den Sternen.
00:42:48: Die ist jetzt gerade eingereicht beim International Journal of Health Professionals wenn ich es richtig im Kopf habe oder war aber nur auf die Freigabe
00:42:58: vielleicht für deine bestehenden Publikationen.
00:43:00: Wenn du uns einen Link zur Verfügung stellst, dann können wir die in die Schonauts geben und unsere Zuseherinnen und Zuhörerinnen können da mal nachlesen.
00:43:09: Sehr gerne!
00:43:10: Ich glaube das wäre ganz gut, da mal reinzuschauen.
00:43:16: Der Abschluss Deine Visionen wie Souls mit Advanced Nursing Practice in Österreich weitergehen.
00:43:24: Was wär wenn du dir was wünschen könntest?
00:43:29: den größten Wunsch?
00:43:31: Also das ist ganz spannend, weil ich verrate, dass ich noch niemanden verraten habe.
00:43:37: Ich hab ein persönliches Visionboard im beruflichen Kontext aber wo ich meine büruflichen Ziele einfach auch notiert habe.
00:43:48: und eine meiner Vision für einen beruflichem Kontext dass ich einen Fracture-Liosson-Service aufbaue, also das ist auch eine internationale Goldstandard um den osteoporose Treatment Gap zu begegnen.
00:44:08: Also da geht es um Sekundärprävention von Frakturen und meine Vision ist jetzt doch, dass er seine eigene APN Spezialambulanz hat die was sich mit dem Thema Osteoporosian Sturzpräventions in Preußischen Unfeld widmet.
00:44:21: Mein berufliches Ferienziel, was ich hege umpflege.
00:44:24: Aber das braucht Timing und Zeit!
00:44:27: Und es ist auch nicht primär das Wichtigste.
00:44:30: jetzt einmal in der Versorgung des dringendsten Problems sage ich jetzt mal.
00:44:35: Was ich mir aber generell wenn ich einen Wunsch frei hätte wünschen würde und vielleicht hören ja auch Führungspersonen bei diesem Podcast so schaffte Möglichkeit einer Fachkarriere Es ist so, dass die Akademisierung der Pflege nicht zu einer Entfremdung der Pflege vom Bett führt.
00:45:00: Das ist genau das Gegenteil eigentlich der Fall weil wir wissen, dass wir auf Basis der immer komplexer werdenden Versorgungssituationen mehr Kompetenz in der Praxis und am Bett brauchen.
00:45:13: Ein Studium führt nicht zu weniger Praxis, sondern zu mehr Kompetenz in der Praxis.
00:45:19: Und das finde ich einen ganz entscheidenden Unterschied und wir wissen einfach auch dass besonders gute Erfolge bei den Patientinnen und Patienten erzielt werden wenn die Kompetenzen der Fachpersonen mit den Bedürfnissen der Patientinnen oder Patienten übereinstimmen.
00:45:35: also APNs sind aus meiner Perspektive kein Add-on sondern wirkliche Game Changer, wenn man sie aber wirken lässt.
00:45:48: Das ist so ein entscheidender Faktor glaube ich.
00:45:51: Als Abschluss für unser tolles Gespräch habe ich mir überlegt dass du noch eine Botschaft rausgeben kannst an alle die vorhaben als Advanced Practitioners tätig sind oder auch an alle die so ein bisschen gerade Struggling, gerade in der Rollenentwicklung sind.
00:46:13: Was wären so drei Key Message, die du diesen Personen mitgeben
00:46:16: wirst?
00:46:16: Drei Key Message jetzt!
00:46:18: Okay... für all jene, die was gerade struggling also ich glaube um APN wirklich nachhaltig in der Praxis zu verankern braucht es nicht nur Diese fachliche Expertise, da war ich auch ein bisschen sehr idealistisch am Anfang.
00:46:41: Sondern es braucht glaube ich ein gutes Verständnis und dieses Zusammenspiel zwischen der eigenen Visionen an die man auch wirklich glauben muss dass sich dieser umsetzen lässt aber auch für für Zusammenarbeit und auch für das gesamte System.
00:46:58: Weil man darf nicht nur sich in seiner eigenen Rolle sehen, was man da umsetzen möchte sondern man muss das gesamtere hinterlegende System einfach auch verstehen können warum gewisse Dinge so sind wie sie sind und vielleicht doch nicht ändern lassen.
00:47:12: also das finde ich schon auch wichtig.
00:47:14: Man darf ruhig idealistisch und visionär denken aber man muss sich auch immer wieder mal Schaffen auf den Boden der Tatsachen herunterzuholen.
00:47:22: Ich glaube, das ist ganz was Wichtiges und eben dass es Timing braucht.
00:47:25: also das habe ich vorher schon gesagt bis laut Gespür, wann ich was machen kann oder soll.
00:47:34: Und ja für alle APNs die was schon wirken oder vielleicht wirken möchten in Zukunft, kann ich eigentlich nur sagen, seid mutig, seid neugierig Denkt wirklich auch visionär, denkt out of the box.
00:47:53: Denkt schaut sich andere Gesundheitssysteme an von Netzzeichen mit APNs und APN.
00:48:02: das ist glaube ich ein sehr schöner Abschlusssatz.
00:48:05: APN bringt extrem viele Gestaltungsmöglichkeiten mit sich.
00:48:10: es ist ein wunderschöner Beruf.
00:48:11: Ich bin sehr dankbar dass mich jemand auf diesen Weg gebracht hat diesen Beruf zu studieren.
00:48:19: Nützt diese Gestaltungsmöglichkeiten?
00:48:21: Das ist ein wunderschöner Abschluss.
00:48:25: Lieber Andrea, herzlichen Dank für deine Zeit und dass du uns ein bisschen mitgenommen hast in die spannende Welt der Altersdraumatologie.
00:48:34: Und jetzt hast du ein Jahr der Rollenentwicklung hinter dir Und vielleicht sehen wir uns ja mit neuen Entwicklungen zur Altersdramatologie mal wieder, würde mich auf alle Fälle sehr, sehr freuen.
00:48:49: Ja liebe Zuhörerinnen und Zusäherinnen!
00:48:53: Das war unser Podcast mit Andrea Eiter zum Thema der Alters-Dramatologien.
00:48:59: Andrea freut sich natürlich Fragen aus der Community beantworten zu können.
00:49:05: Also wenn ihr Fragen habt, gerne unter der angeführten Mailadresse die Fragen an Andrea Richten.
00:49:12: Sie wird dann persönlich diese Fragen beantworten.
00:49:16: Wenn dir der Podcast gefallen hat, würden wir uns natürlich freuen, wenn du ihn abonnierst damit du keine weiteren Folgen verpassen kannst und ich freue mich schon auf den nächsten Folge und auch von dem nächsten Gast in unserem Podcast um Advanced Nursing Practice in Österreich eine Stimme zu geben.
00:49:38: Bis zum nächsten Mal!
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